Beziehungsunfähigkeit ist kein Versagen

Beziehungsunfähigkeit ist kein Versagen

Beziehungsunfähigkeit ist kein Versagen

Sie ist die Norm unserer Zeit

Ich habe vor einiger Zeit ein Paar begleitet, bei dem ziemlich schnell klar wurde: Die beiden hatten nicht zu wenig Liebe füreinander, sondern sie wussten schlicht nicht, wie sie mit dem umgehen sollten, was zwischen ihnen passiert.

Beide wollten Nähe, beide wollten verstanden werden, beide wollten, dass die Beziehung funktioniert. Nur jeder hat etwas anderes darunter verstanden. Der eine zog sich zurück, wenn es ihm zu viel wurde, die andere wurde lauter, weil sie endlich eine Reaktion wollte. Und so saßen sie sich gegenüber und hielten einander für das Problem.

Das sehe ich ziemlich oft.

Menschen gehen in Beziehungen mit der Vorstellung, Liebe müsste doch reichen. Nur bringt jeder seine eigene Geschichte mit, seine Erfahrungen, seine Art, mit Konflikten umzugehen, seine Ängste, seine Erwartungen und natürlich auch das, was er zu Hause über Beziehung gelernt hat.

Wenn du nie erlebt hast, wie zwei Menschen ehrlich miteinander reden, Grenzen setzen, sich streiten und danach trotzdem noch verbunden bleiben, woher sollst du das dann automatisch können?

Wir tun oft so, als müsste Beziehung etwas sein, das man einfach kann, sobald man jemanden liebt. Aber so funktioniert es für viele eben nicht. Manche haben gelernt, sich anzupassen, andere gehen auf Abstand, wieder andere halten alles fest, weil sie Angst haben, verlassen zu werden.

Und dann nennen wir das schnell beziehungsunfähig.

Ich finde das heute zu einfach.

Oft fehlt nicht die Fähigkeit zu lieben, sondern die Erfahrung damit, wie Beziehung überhaupt gehen kann, ohne dass sich einer verbiegt, der andere verschwindet oder beide jahrelang auf etwas warten, was keiner ausspricht.

Was wir nicht gelernt haben, müssen wir erst lernen

Viele Menschen tragen Vorstellungen von Beziehung mit sich herum, die sie nie bewusst gewählt haben. Sie haben einfach gesehen, wie es zu Hause lief, was Nähe bedeutet, wie gestritten wurde, ob überhaupt gestritten werden durfte und wer am Ende meistens nachgegeben hat.

Das sitzt tiefer, als man denkt.

Wenn du gelernt hast, dass Harmonie wichtiger ist als Ehrlichkeit, wirst du Konflikten aus dem Weg gehen. Wenn du erlebt hast, dass Rückzug die einzige Möglichkeit war, Ruhe zu bekommen, ziehst du dich später vielleicht genauso zurück. Und wenn du Nähe nur als etwas kennst, das schnell wieder kippen kann, dann reagierst du natürlich anders als jemand, der erlebt hat, dass Verbindung auch nach einem Streit bestehen bleibt.

Das Paar, von dem ich erzählt habe, hatte genau so einen stummen Vertrag miteinander. Keiner hatte ihn je ausgesprochen, aber beide verhielten sich danach. Sie wollte, dass er redet, damit sie sich sicher fühlt. Er wollte, dass sie ihn in Ruhe lässt, damit er sich wieder sortieren kann. Und je mehr sie gedrängt hat, desto mehr zog er sich zurück. Je mehr er sich zurückzog, desto stärker wurde ihr Druck.

Kann man sich vorstellen, wie entspannt die Abende waren.

Beide dachten natürlich, der andere müsste sich ändern. Dabei hatten sie überhaupt nicht verstanden, was sie da miteinander immer wieder herstellen.

Als ihnen das klar wurde, war nicht plötzlich alles gelöst. Aber sie konnten zum ersten Mal darüber reden, ohne sofort wieder mitten im alten Ablauf zu landen.

Und genau das meine ich damit, dass Beziehung gelernt werden kann. Nicht wie ein Schulfach, bei dem du einmal die Regeln auswendig lernst und dann bist du fertig. Eher indem du merkst, was du selbst mitbringst, was der andere mitbringt und wo ihr einander wiederholt an denselben Stellen erwischt.

Wenn Beziehung zur Lieferantenbeziehung wird

In vielen Beziehungen läuft etwas, das nach außen noch nach Liebe aussieht, sich aber innerlich schon ziemlich nach Handel anfühlt. Ich gebe dir Nähe, wenn du dich so verhältst, wie ich es brauche. Ich bin freundlich, solange du meine Erwartungen erfüllst. Ich kümmere mich um dich und hoffe insgeheim, dass du mir dafür genau das zurückgibst, was mir fehlt.

Das passiert meistens nicht bewusst. Keiner sitzt morgens am Frühstückstisch und denkt sich: „So, heute mache ich aus unserer Beziehung mal eine kleine Tauschbörse.“ Aber genau entwickelt es sich meistens.

Dann wird Liebe plötzlich an Bedingungen geknüpft, ohne dass man es merkt. Der eine erwartet, dass der andere immer verfügbar ist, der andere möchte dafür möglichst wenig Konflikt. Einer braucht Bestätigung, der andere Ruhe. Und solange beide liefern, läuft es halbwegs.

Schwierig wird es erst, wenn einer aus diesem stillen Vertrag aussteigt.

Dann kommen Sätze wie: „Du bist gar nicht mehr wie früher“ oder „Seit du dich verändert hast, funktioniert hier nichts mehr.“ Dabei funktioniert oft nur das alte Spiel nicht mehr.

Genau da zeigt sich, ob zwei Menschen wirklich miteinander in Beziehung sind oder ob sie sich jahrelang gegenseitig bestimmte Bedürfnisse erfüllt haben, ohne je darüber zu sprechen.

Für mich ist das ein wichtiger Unterschied. Beziehung heißt nicht, dass der andere dafür zuständig ist, meine innere Leere, meine Unsicherheit oder meine Angst zu beruhigen. Natürlich darf ich Bedürfnisse haben und sie auch aussprechen. Aber wenn mein Wohlbefinden komplett davon abhängt, dass der andere sie ständig erfüllt, wird es eng.

Dann wird aus Nähe schnell Erwartung und aus Erwartung Druck.

Wir stehen zwischen alten und neuen Beziehungsmustern

Ich finde, wir leben gerade in einer ziemlich spannenden Zwischenzeit. Viele wollen Beziehung anders leben als ihre Eltern oder Großeltern, aber gleichzeitig tragen wir deren Vorstellungen noch kräftig mit uns herum. Da prallen alte Bilder auf neue Wünsche und kein Wunder, dass es manchmal ordentlich scheppert.

Früher war oft klarer, wer welche Rolle hat, was man voneinander erwartet und wie eine Beziehung auszusehen hat. Ob das immer gut war, ist eine andere Frage. Heute wollen viele mehr Freiheit, mehr Ehrlichkeit, mehr Eigenständigkeit und gleichzeitig tiefe Verbindung. Klingt wunderbar, nur musst du das aushalten können, wenn der andere wirklich eigenständig ist und nicht mehr automatisch das macht, was du gewohnt bist.

Da wird es herausfordernd für Beziehungen. Denn Freiheit klingt toll, solange der andere sich so frei verhält, wie es dir gefällt. Sobald er Grenzen setzt, eigene Entscheidungen trifft oder nicht mehr jeden alten Ablauf mitmacht, merkst du schnell, wie modern deine Vorstellungen tatsächlich sind.

Ich sehe das oft bei Menschen, die sich eine Beziehung auf Augenhöhe wünschen und gleichzeitig ziemlich klare Erwartungen daran haben, wie der andere zu sein hat. Das passt halt nicht immer sauber zusammen.

Für mich ist das kein Zeichen dafür, dass Beziehungen heute schwieriger geworden sind. Sie sind nur ehrlicher geworden, weil vieles, was früher einfach geschluckt oder ausgehalten wurde, heute nicht mehr so selbstverständlich funktioniert.

Und das ist anstrengend, aber auch eine Chance.

Denn wenn die alten Rollen nicht mehr tragen, müssen zwei Menschen anfangen, wirklich miteinander zu reden. Nicht darüber, wie Beziehung sein sollte, sondern darüber, was für beide tatsächlich stimmt.

Ehrlichkeit ist der Anfang

Bei dem Paar, von dem ich am Anfang erzählt habe, hat sich nicht deshalb etwas verändert, weil beide plötzlich die perfekte Beziehung führen konnten. Es wurde besser, weil sie aufgehört haben, einander nur für das Problem zu halten.

Sie konnten benennen, was bei ihnen jeweils passiert. Sie merkte, dass sie Druck machte, sobald sie Angst bekam, die Verbindung zu verlieren. Er merkte, dass sein Rückzug für ihn Ruhe bedeutete, bei ihr aber genau das Gegenteil ausgelöst hat.

Allein das hat schon viel verändert.

Denn vorher liefen beide nur in ihrem alten Muster und waren komplett damit beschäftigt, auf den anderen zu reagieren. Als sie verstanden haben, was da zwischen ihnen passiert, konnten sie zum ersten Mal wirklich miteinander reden.

Das heißt nicht, dass danach alles harmonisch war. Wäre sehr verdächtig, aber sie hatten plötzlich eine andere Grundlage.

Für mich beginnt genau da Beziehung auf Augenhöhe. Nicht dort, wo zwei Menschen nie aneinandergeraten, sondern dort, wo beide bereit sind, den eigenen Anteil anzuschauen, ohne sich dafür fertigzumachen und ohne dem anderen alles zuzuschieben.

Ehrlichkeit heißt dabei nicht, dass du jeden Gedanken ungefiltert auf den Tisch knallst und dann sagst: „So bin ich halt.“ Das wäre eher grob als ehrlich.

Es geht darum, dass du merkst, was in dir passiert, und es aussprechen kannst, ohne den anderen dafür verantwortlich zu machen.

Das klingt einfach – ist es oft nicht.

Genau da entsteht etwas, das mit echter Nähe sehr viel mehr zu tun hat als dieses ewige „Du müsstest doch wissen, was ich brauche“.

Beziehungen der neuen Zeit

In meinem neuen Buch, das am 15. September 25 erscheint, gehe ich tief in diese Thematik. Denn es ist Zeit für Beziehungen der neuen Zeit – Beziehungen, die auf Wahrheit, Klarheit und bedingungsloser Liebe (nein, es bedeutet nicht, zu allem ja und amen zu sagen) basieren. Beziehungen, in denen wir nicht mehr Rollen spielen, sondern authentisch sein dürfen.

Es ist möglich, diese neuen Wege zu lernen. Es braucht Mut, Geduld und die Bereitschaft, alte Muster loszulassen. Aber es lohnt sich – für jeden von uns und für alle, die nach uns kommen.

Bedingungslose Liebe heißt nicht, alles hinzunehmen

Für mich wird Beziehung genau da erwachsen, wo zwei Menschen aufhören, sich gegenseitig für das eigene Wohlbefinden zuständig zu machen. Das heißt nicht, dass man keine Bedürfnisse mehr haben darf oder alles mit sich selbst ausmachen muss. Aber der andere ist eben nicht dafür da, jede Unsicherheit zu beruhigen, jede Lücke zu füllen und immer so zu reagieren, wie ich es mir gerade vorstelle.

Da wird bedingungslose Liebe oft missverstanden. Für mich heißt sie nicht, alles zu dulden oder in einer Beziehung zu bleiben, die mir nicht guttut. Ich kann einen Menschen lieben und trotzdem sagen: So möchte ich nicht mit dir leben. Ich kann Verständnis für seine Geschichte haben und trotzdem eine Grenze ziehen. Das widerspricht sich für mich überhaupt nicht.

Liebe wird nicht größer, nur weil ich mich selbst dabei verliere.

Für mich zeigt sich eine echte Beziehung viel eher darin, dass beide sie selbst bleiben dürfen und trotzdem miteinander verbunden sind. Das ist manchmal unbequem, weil der andere eben nicht mehr automatisch das liefert, was ich gern hätte. Dafür wird es ehrlicher und entspannter.

Und wenn zwei Menschen merken, dass sie das gemeinsam lernen wollen, dann ist schon ziemlich viel gewonnen. Nicht, weil danach alles reibungslos läuft, sondern weil keiner mehr so tun muss, als wäre Liebe etwas, das man einfach können müsste.

Spirituelles Bypassing

Spirituelles Bypassing

Spirituelles Bypassing

Die liebevolle Illusion, die dich gefangen hält

Ich erlebe oft, dass Spiritualität sehr schnell herhalten muss, wenn etwas unangenehm wird. Dann heißt es, man müsse in der Liebe bleiben, die Frequenz erhöhen, loslassen, vergeben oder sich einfach wieder mehr aufs Licht ausrichten. Das kann alles seine Berechtigung haben, nur wird es schräg, wenn genau solche Sätze benutzt werden, damit man sich mit der eigenen Wut, Angst, Enttäuschung oder Verletzung gar nicht erst beschäftigen muss.

Dann wird aus Wut eine niedrige Schwingung, aus Angst mangelndes Vertrauen und aus einer ziemlich klaren Grenzüberschreitung noch schnell eine Lernaufgabe der Seele. Klingt schön, löst aber nicht automatisch das, was da wirklich in dir sitzt.

Für mich beginnt spirituelles Bypassing genau da. Du gibst dem Ganzen eine spirituelle Erklärung und hoffst, dass sich das unangenehme Gefühl damit erledigt hat. Hat es aber oft nicht. Es sitzt nur schicker angezogen in der Ecke und wartet auf die nächste Gelegenheit.

Und genau das finde ich problematisch, weil du dich dann nicht nur schlecht fühlst, sondern dir im schlimmsten Fall auch noch einredest, du wärst nicht bewusst genug, nicht lichtvoll genug oder hättest das Thema offenbar noch immer nicht verstanden.

Für mich hat Spiritualität viel mehr mit Ehrlichkeit zu tun. Wenn ich wütend bin, dann bin ich wütend. Wenn ich Angst habe, dann habe ich Angst. Wenn mich jemand verletzt hat, dann muss ich das nicht sofort in Liebe umwandeln, nur damit es schöner aussieht.

Es darf da sein, was da ist. Sonst redest du dir nur eine spirituelle Version von dir selbst schön, während darunter alles weiterarbeitet.

Der Lichtschalter-Test

Für mich zeigt sich spirituelles Bypassing oft dann, wenn unangenehme Gefühle sofort verschwinden sollen, nur weil man sich doch als bewusst, spirituell oder verbunden erlebt. Dann taucht schnell dieser Gedanke auf: Wenn ich wirklich im Vertrauen wäre, dürfte ich jetzt keine Angst haben. Wenn ich wirklich vergeben hätte, müsste mich das doch kaltlassen. Wenn ich wirklich in meiner Mitte wäre, dürfte ich doch nicht so wütend werden.

Nur sind wir Menschen keine Lichtschalter.

Du kannst nicht einfach auf „Liebe“ klicken und alles andere ist weg. So schön das manchmal wäre. Vor allem montags.

Du kannst sehr bewusst leben und trotzdem wütend sein. Du kannst jemandem vergeben haben und merken, dass dich eine Erinnerung noch berührt. Du kannst Vertrauen haben und trotzdem in einer Situation Angst bekommen. Das eine hebt das andere nicht automatisch auf.

Für mich wird es dann problematisch, wenn jemand versucht, das Unangenehme sofort mit einer spirituellen Erklärung zu überdecken. Dann wird aus Wut schnell „niedrige Schwingung“, aus Angst ein Vertrauensproblem und aus einer klaren Grenze ein Hinweis darauf, dass man wohl nicht weit genug ist.

Da würde ich eher sagen: Halt. Erstmal anschauen, was da gerade wirklich los ist.

Es geht nicht darum, jedes Gefühl bis zum Sankt Nimmerleinstag auszuwalzen. Aber wenn etwas da ist, dann ist es da. Und wenn ich es sofort wegmeditiere, wegaffirmiere oder mit Licht und Liebe zukleistere, habe ich es nicht gelöst. Ich habe nur dafür gesorgt, dass es mich im Moment nicht so sehr stört.

Das ist ein Unterschied.

Spiritualität wird für mich erst dann wirklich ehrlich, wenn auch das Unbequeme mit an den Tisch darf. Wut, Angst, Scham, Enttäuschung – all das Zeug, das auf keiner hübschen Instagram-Kachel besonders gut aussieht.

Aber genau das gehört eben auch zu uns.

Warum Spiritualität auch unangenehm sein darf

Kurz gesagt: Spiritualität ist dein Alltag und deswegen, finde ich es ziemlich anstrengend, dass Spiritualität immer friedlich, weich und angenehm sein muss. Als müsste ein bewusster Mensch automatisch gelassen lächeln, alles verstehen und bei jeder Grenzüberschreitung nur tief atmen, damit bloß keine unschöne Emotion auftaucht.

So läuft das Leben aber nicht.

Manchmal bringt dich eine ehrliche Entwicklung genau an die Stellen, die du am liebsten meiden würdest. Da taucht Wut auf, weil du merkst, wie lange du etwas geschluckt hast. Da kommt Traurigkeit, weil du dir eingestehen musst, dass etwas vorbei ist. Weil Angst da ist, weil du eine Entscheidung treffen musst, von der du weißt, dass sie Konsequenzen haben wird.

Das kann sehr unangenehm sein, aber genau darin liegt oft mehr Wahrheit als in all den schönen Sätzen, die man sich vorher erzählt hat.

Ich habe auf meinem eigenen Weg oft genug gemerkt, dass Bewusstsein nicht immer bedeutet, sich besser zu fühlen. Manchmal bedeutet es, überhaupt zu kapieren, was man sich jahrelang schöngeredet hat. Das kann einen schon ernüchtern.

Und trotzdem würde ich genau da nicht mehr zurückgehen wollen.

Denn wenn du anfängst, das Unbequeme nicht mehr sofort wegzumachen, merkst du viel klarer, was wirklich zu dir gehört und was nicht mehr. Du musst deine Wut dann nicht feiern und deine Angst auch nicht zum neuen Lebensinhalt machen. Aber du hörst auf, sie so zu behandeln, als wären sie der Beweis dafür, dass mit dir spirituell etwas schiefläuft.

Für mich wird Spiritualität da erwachsen und das, was sie wirklich ist. Nicht, wenn alles nur noch schön klingt, sondern wenn auch das mit rein darf, was nicht so gut ins Hochglanzbild passt.

Die Shiny-Shiny-Industrie

Es gibt inzwischen für alles eine hübsche spirituelle Verpackung. Ein bisschen Licht hier, eine Frequenz da, noch schnell ein paar Karten gezogen und schon sieht alles sehr bewusst aus. Nur kann man sich damit eben hervorragend vor sich selbst verstecken.

Ich finde das oft fast schon richtig komisch. Da wird stundenlang über Energie gesprochen, über Portale, Schwingung, Manifestation und die neue Erde, aber wenn im echten Leben jemand eine Grenze setzt oder nicht das sagt, was man hören möchte, ist auf einmal Schluss mit Liebe und Licht.

Dann wird beleidigt, projiziert, ausgewichen oder einfach der Kontakt abgebrochen.

Und genau da merkt man für mich rasch, ob Spiritualität wirklich gelebt wird oder nur gut klingt.

Mich interessieren deshalb diese ganzen glänzenden Etiketten immer weniger. Ich muss nicht wissen, wie hoch jemand schwingt oder ob er gerade im fünften, siebten oder zwölften Bewusstseinsstockwerk wohnt. Viel interessanter finde ich, wie jemand mit unangenehmen Gefühlen umgeht, ob er Verantwortung übernimmt und ob er bei sich bleiben kann, wenn es mal nicht schön läuft.

Denn genau da trennt sich für mich das spirituelle Schaufenster vom echten Leben.

Und ja, ich weiß, das klingt nicht ganz so sexy wie „Aktiviere deine höchste Frequenz in 21 Tagen“. Aber dafür musst du danach auch nicht vorgeben, als wäre dein Ärger nur eine energetische Störung, die man mit drei Tropfen irgendwas und einem Palo-Santo-Nebel wieder wegkriegt.

Aufwachen. Erwachen. Erleuchtung.

Aufwachen. Erwachen. Erleuchtung.

Aufwachen. Erwachen. Erleuchtung.

Und warum ich lieber Menschen wachrüttle als ins Nirwana schicke.

Erleuchtet, erwacht, aufgewacht. Drei Begriffe, die dir im spirituellen Bereich ständig um die Ohren fliegen und gefühlt jeder versteht etwas anderes darunter. Da kann selbst der spirituelle Wetterfrosch nicht mehr sagen, in welchem Aufwachstadium wir uns gerade befinden.

Deshalb sage ich lieber gleich dazu, was ich unter diesen Begriffen verstehe. Nicht als allgemeingültige Wahrheit, sondern als meine Sicht darauf. Denn spätestens bei Erleuchtung wird es sowieso wild, je nachdem, wen du fragst.

Und nein, ich habe auch nicht vor, jemanden zu erleuchten. Das könnte ich sowieso nicht. Mir reicht es vollkommen, wenn Menschen erst mal anfangen, genauer hinzuschauen, was sie da den ganzen Tag denken, fühlen und automatisch abspulen.

1. Aufwachen, wenn du dein eigenes Spiel plötzlich durchschaust

Aufwachen bedeutet für mich, dass du merkst: Moment mal, ich bin gar nicht so frei in meinen Entscheidungen, wie ich immer dachte. Da laufen jede Menge alte Muster mit: Erziehung, Ängste, Glaubenssätze, Erwartungen und all das Zeug, das du so lange wiederholt hast, bis es sich vollkommen normal angefühlt hat.

Und dann siehst du dich plötzlich selbst dabei.

Du merkst, wie automatisch du reagierst, wie schnell du in alte Rollen rutschst oder wie oft du etwas machst, weil du es schon immer so gemacht hast. Das kann ziemlich ernüchternd sein, weil man sich selbst ja gerne für bewusster hält, als man in manchen Situationen tatsächlich ist.

Genau da begleite ich gerne Menschen.

Nicht, weil ich ihnen erzählen will, was bei ihnen alles falsch läuft, sondern weil es unglaublich viel verändert, wenn du dich selbst endlich mitbekommst. Solange du deine Muster nicht siehst, laufen sie halt munter weiter und du wunderst dich nur, warum du immer wieder am gleichen Punkt landest.

Für mich beginnt da Verantwortung. Nicht im Sinne von Schuld, sondern in dem Moment, in dem du merkst: Aha, das mache ich also. Und wenn ich es mache, kann ich auch anfangen, etwas daran zu verändern.

Das ist für mich Aufwachen. Nicht besonders mystisch, aber ziemlich wirksam.

2. Erwachen, wenn du dich nicht mehr so leicht selbst beschummeln kannst

Erwachen geht für mich noch ein Stück weiter. Beim Aufwachen merkst du vorerst, welche Muster da überhaupt laufen. Beim Erwachen fängst du an, dich nicht mehr automatisch von jedem Gedanken, jeder Angst oder jeder alten Geschichte mitziehen zu lassen.

Du bemerkst dann zwar immer noch, dass dein Kopf loslegt, aber du glaubst ihm nicht mehr alles. Das ist schon ein ziemlich großer Unterschied.

Früher war für mich ein Gedanke schnell die Wahrheit. Wenn ich dachte, etwas geht nicht, dann war das eben so. Wenn Angst da war, musste sie einen Grund haben. Wenn ich mich verletzt gefühlt habe, war für mich klar, dass der andere etwas falsch gemacht haben muss.

Heute schaue ich da genauer hin.

Ist das gerade wirklich wahr oder springt da nur etwas Altes an? Reagiere ich auf das, was jetzt passiert, oder auf etwas, das mein System längst kennt? Muss ich diesem Gedanken folgen oder kann ich ihn auch einfach vorbeiziehen lassen, ohne daraus sofort eine große Geschichte zu bauen?

Für mich hat Erwachen deshalb weniger mit einem besonderen Zustand zu tun und mehr mit dieser zunehmenden Klarheit. Du wirst nicht gedankenlos, du wirst nicht angstfrei und du schwebst auch nicht plötzlich drei Zentimeter über dem Boden. Wäre manchmal praktisch, ist aber nicht nötig.

Du wirst nur schwerer für deine eigenen alten Geschichten zu haben.

Und das kann ziemlich befreiend sein, weil du merkst, dass nicht jeder Gedanke eine Anweisung ist und nicht jedes Gefühl sofort eine Handlung braucht. Du hast mehr Raum dazwischen und mehr Wahl.

Für mich ist genau das ein großer Teil von Erwachen.

3. Erleuchtung, und da wird es schon schwieriger

Bei Erleuchtung wird es für mich deutlich diffuser, weil jeder etwas anderes darunter versteht. Manche meinen einen Zustand völliger Einheit, andere sprechen davon, dass das Ich verschwindet, wieder andere erzählen von dauerhafter Glückseligkeit. Ich halte mich da lieber zurück mit großen Ansagen, weil ich nichts davon als allgemeingültige Definition verkaufen möchte.

Für mich hat Erleuchtung weniger mit einem spektakulären Endzustand zu tun und mehr mit einem Bewusstsein, das sich nicht mehr ständig an allem festhält. Weniger Identifikation, weniger Drama um das eigene Ich, weniger dieses dauernde „Ich muss recht haben, ich muss gesehen werden, ich muss etwas festhalten“.

Das heißt aber nicht, dass du dann kein Mensch mehr bist.

Du kannst trotzdem genervt sein, traurig, müde oder schlecht gelaunt. Du kannst sogar hinter einem Traktor hängen und dir denken: Mein Gott, fahr halt endlich. Also falls Erleuchtung bedeutet, dass so etwas nie mehr passiert, bin ich ziemlich sicher weiterhin nicht durch. 😄

Und genau deshalb mag ich diese überhöhten Vorstellungen nicht besonders. Sie machen aus Spiritualität schnell wieder ein Ziel, das man erreichen muss, damit man endlich richtig ist.

Für mich liegt viel mehr darin, immer weniger an dem festzuhalten, was du über dich und die Welt zu wissen glaubst. Nicht alles sofort bewerten, nicht jede Reaktion verteidigen, nicht aus jedem Gedanken gleich eine Wahrheit bauen.

Ob man das dann Erleuchtung nennt oder einfach sehr viel Bewusstsein, ist mir offen gestanden ziemlich egal.

Warum Aufwachen für mich erst einmal reicht

Ich sehe in der spirituellen Szene oft diesen Drang, möglichst schnell wohin zu kommen. Erwacht, erleuchtet, frei von allem, Hauptsache, bloß nicht mehr so menschlich sein müssen. Da wird dann viel über hohe Zustände gesprochen, während im ganz normalen Alltag schon die kleinste Kritik reicht, damit innerlich alles hochgeht.

Für mich bringt es deshalb wenig, das Menschsein überspringen zu wollen. Wenn du deine Wut nicht kennst, deine Angst nicht fühlst und deine Muster nicht erkennst, dann hilft dir auch die schönste spirituelle Erfahrung nur begrenzt. Du kannst auf einem Retreat die Einheit mit allem spüren und drei Tage später zu Hause wieder komplett ausrasten, weil jemand die Spülmaschine falsch eingeräumt hat. Dann war die Erfahrung schön, aber dein Alltag hat davon noch nicht viel mitbekommen.

Genau deshalb reicht Aufwachen erst einmal vollkommen.

Nicht, weil danach nichts mehr kommt, sondern weil da schon unglaublich viel drinsteckt. Zu merken, was du tust, wann du in alte Rollen rutschst, wo du dich selbst belügst oder versuchst, etwas zu kontrollieren, ist ja kein kleines Ding. Das ist schon eine Menge Arbeit, auch wenn es weniger glamourös klingt als Erleuchtung.

Und vor allem passiert das nicht auf einem Meditationskissen, sondern mitten im Leben. Im Streit, in deiner Beziehung, beim Geld, mit deinen Kindern, bei der Arbeit, beim Warten, beim Genervtsein und bei all den kleinen Momenten, in denen du merkst, dass dein altes Programm schon wieder loslegt.

Da zeigt sich viel mehr als in jeder noch so schönen Theorie.

Was am Ende wirklich zählt

Für mich geht es bei all diesen Begriffen gar nicht darum, möglichst weit zu kommen oder sagen zu können: „So, jetzt bin ich erwacht“, Haken dran. Das wäre schon wieder das nächste Leistungsprogramm, diesmal halt mit Räucherstäbchen.

Viel wichtiger finde ich, wie du dein ganz normales Leben lebst. Was passiert, wenn dich jemand kritisiert, wenn du Angst bekommst, wenn etwas nicht nach Plan läuft oder wenn du merkst, dass du gerade wieder mitten in einem alten Muster steckst? Genau da zeigt sich für mich Bewusstsein, nicht darin, wie viele spirituelle Begriffe du erklären kannst.

Ich bin heute auch nicht ständig vollkommen präsent und schwebe schon gar nicht den ganzen Tag in einem friedlichen Zustand herum. Ich kann mich ärgern, ungeduldig sein oder hinter einem Traktor sitzen und denken: Herrschaftszeiten, jetzt fahr doch endlich. Der Unterschied ist eher, dass ich mich heute schneller dabei mitbekomme und nicht mehr aus jeder Reaktion gleich eine große Geschichte machen muss.

Deshalb interessiert mich auch weniger, ob sich jemand als erwacht oder erleuchtet bezeichnet. Mich interessiert viel mehr, wie ein Mensch mit sich selbst und mit anderen umgeht, wenn es unbequem wird.

Wenn du dich immer öfter bemerkst, ehrlicher mit dir wirst und nicht mehr jeden Gedanken ungeprüft für die Wahrheit hältst, dann ist schon verdammt viel passiert.

Wie du das am Ende nennst, ist mir ziemlich egal.

Mein Angebot an dich

Wenn du spürst: „Verdammt, ich will da auch raus aus meiner geistigen Serie, ich will die Gardinen aufreißen, auch wenn’s blendet“ – dann meld dich bei mir.

Aber sei dir sicher: Ich werde dich nicht mit Watte einpacken. Ich werde dir die Taschenlampe direkt ins Gesicht halten. Ich werde dir nicht erzählen, dass alles Liebe ist, wenn du gerade in deinem Schmerz steckst. Ich werde dir dabei helfen, hinzuschauen.

Und dann … dann fängst du an zu leben. Richtig zu leben.

Nicht in einem spirituellen Konzept. Sondern hier. Jetzt. Als der Mensch, der du wirklich bist.

„Ich weiß das alles“ – Warum Wissen ohne Handeln uns gefangen hält

„Ich weiß das alles“ – Warum Wissen ohne Handeln uns gefangen hält

„Ich weiß das alles“ – Warum Wissen ohne Handeln uns gefangen hält

Wenn ich für jedes „Das weiß ich ja alles“ einen Euro bekäme, wäre ich längst Millionärin.

Wenn ich für jedes „Das weiß ich ja alles“ einen Euro bekommen hätte, wäre ich inzwischen wahrscheinlich ziemlich entspannt unterwegs.

Diesen Satz höre ich wirklich oft. Menschen erzählen mir, was bei ihnen los ist, ich gebe einen Impuls oder spreche etwas an und kaum ist der Satz draußen, kommt schon: „Ja, das weiß ich alles.“

Nur wenn du es wirklich weißt, warum stehst du dann noch am selben Punkt?

Das meine ich gar nicht böse. Wissen ist nur etwas völlig anderes als das, was du daraus machst. Du kannst ein Thema hundertmal verstanden haben, kannst genau erklären, woher dein Muster kommt und warum du so reagierst, und trotzdem machst du beim nächsten Mal wieder genau das Gleiche.

Das ist leider das Gemeine daran.

Der Kopf ist oft längst fertig mit dem Thema und denkt sich: Haben wir durch, kenne ich, nächstes Kapitel, nächste Information. Nur der Rest von dir hat die Information offenbar nicht bekommen.

Deshalb beeindruckt mich dieses „Das weiß ich alles“ heute null.  Mich interessiert viel mehr, ob sich durch dieses Wissen in deinem Leben etwas verändert hat.

Wenn nicht, dann weißt du es doch nicht so, wie du glaubst.

Der Unterschied zwischen Wissen und Verstehen

Du kannst unglaublich viel über dich wissen und trotzdem immer wieder an derselben Stelle landen. Du weißt, warum du so reagierst, woher dein Muster kommt, was deine Angst macht und was du theoretisch anders tun müsstest. Nur verändert dieses Wissen allein vorerst gar nichts.

Das merke ich auch bei ganz banalen Dingen. Du kannst ganz genau wissen, wie gesunde Ernährung funktioniert, und trotzdem jeden Abend die Süßigkeitenschublade plündern. Du kannst wissen, dass dir eine bestimmte Beziehung nicht guttut, und trotzdem bleibst du. Du kannst wissen, dass du Grenzen setzen müsstest, und sagst beim nächsten Mal trotzdem wieder Ja, obwohl in dir alles Nein schreit.

Dann fehlt dir nicht noch mehr Wissen. Dann fehlt dir der Schritt vom Verstehen ins Tun.

Und genau da wird es oft unbequem und herausfordernd, weil wir uns mit unserem Wissen auch hervorragend beruhigen können. Der Kopf sagt: Hab’ ich verstanden, kenn’ ich, weiß ich längst. Nur das Leben zeigt dir ziemlich schnell, ob das wirklich stimmt.

Für mich ist Verstehen deshalb viel mehr als erklären können, warum etwas so ist. Verstanden habe ich etwas dann, wenn ich mich in dem Moment anders verhalte, in dem mein altes Muster wieder anspringt.

Vorher habe ich es meistens nur genau beschrieben.

Was wir wirklich verdrängen

Wenn Menschen sagen, sie wüssten längst, worum es bei ihnen geht, dann stimmt das oft sogar. Sie kennen ihre Angst, wissen, dass sie Konflikte vermeiden, dass sie ihre Kinder schlecht loslassen können oder vor einer Entscheidung stehen, die schon länger an ihnen nagt. Nur heißt dieses Wissen eben noch nicht, dass sie sich dem auch wirklich stellen.

Ich sehe das in meiner Arbeit ständig. Da ist insbesondere die Angst vor dem Unbekannten. Jemand weiß ganz genau, dass sich etwas verändern muss, aber solange nicht klar ist, was danach kommt, bleibt er lieber in dem Zustand, den er wenigstens kennt. Das kann eine Beziehung sein, ein Job, eine Lebenssituation oder auch nur eine Rolle, in der man sich längst nicht mehr wohlfühlt.

Oder das Loslassen der eigenen Kinder. Die können Mitte dreißig sein und trotzdem hängt ein Elternteil innerlich noch so eng dran, als müsste er jeden Schritt mittragen. Wenn dann noch Krankheit, Probleme oder Sorgen dazukommen, wird es natürlich noch schwerer, nicht ständig einzugreifen oder alles kontrollieren zu wollen.

Und dann gibt es Menschen, die genau wissen, dass sie ein Gespräch führen oder eine Grenze setzen müssten, aber schon beim Gedanken daran innerlich zusammenzucken. Ich hatte vor einiger Zeit eine junge Frau, die zum ersten Mal in ihrem Leben jemanden anzeigen musste. Für sie war das ein riesiger Schritt, obwohl sie längst wusste, dass es notwendig war.

Da zeigt sich für mich sehr deutlich, warum Wissen allein so wenig verändert. Du kannst etwas verstanden haben und trotzdem Angst vor dem nächsten Schritt haben. Das ist menschlich. Nur wenn du dir dann erzählst, du hättest das Thema längst durch, weil du es theoretisch erklären kannst, machst du es dir zu einfach.

Das Netzwerk der Verdrängung

Was wir verdrängen, bleibt nicht brav in einer Ecke sitzen und wartet darauf, dass wir irgendwann mal Zeit dafür haben. Es mischt sich ein, in Beziehungen, in Entscheidungen, in unseren Umgang mit Geld, in die Art, wie wir arbeiten oder wie wir uns zeigen.

Du kannst unter anderem wiederholt Konflikten ausweichen und dir erzählen, das betrifft nur deine Partnerschaft. Dann merkst du eines Tages, dass du im Job genauso schluckst, bei Freunden lieber nichts sagst und selbst bei kleinen Dingen schnell einknickst, damit kein Ärger entsteht.

Oder du hast Angst davor, dich wirklich zu zeigen. Dann taucht das nicht nur auf, wenn du einen Vortrag halten sollst. Du hältst dich auch in Gesprächen zurück, machst dich kleiner, sagst weniger, als du sagen möchtest, und wunderst dich, warum du dich so oft unsichtbar fühlst.

Das ist das Hinterhältige an solchen Themen. Sie halten sich nicht an hübsche Lebensbereiche.

Wenn etwas in dir ständig umgangen wird, taucht es an anderen Stellen wieder auf. Manchmal so offensichtlich, dass man es kaum übersehen kann, manchmal so geschickt verkleidet, dass man denkt, das hätte miteinander überhaupt nichts zu tun.

Deshalb bringt es für mich auch wenig, nur auf die eine Situation zu schauen, die gerade weh tut. Oft lohnt sich die Frage viel mehr: Wo kenne ich dieses Gefühl noch her und wo mache ich das sonst genauso? Genau da wird meistens sichtbar, dass das vermeintlich einzelne Problem gar nicht so einzeln ist.

Warum verdrängen wir überhaupt?

Verdrängung passiert nicht, weil wir besonders bescheuert sind. Unser System versucht, uns damit zu schützen. Wenn etwas zu schmerzhaft, zu überwältigend oder einfach gerade zu viel ist, dann schiebt es das Thema eben weg. Das kann in dem Moment sogar ziemlich sinnvoll sein, weil du sonst gar nicht funktionieren würdest.

Schwierig wird es erst, wenn daraus ein Dauerzustand wird.

Dann reagierst du Jahre später immer noch auf etwas, das längst vorbei ist, und verstehst gar nicht, warum dich bestimmte Situationen so aus der Bahn werfen. Du wunderst dich über deine Angst, deine Wut, deine Unruhe oder darüber, warum du bei bestimmten Menschen sofort dichtmachst, obwohl objektiv gerade gar nicht viel passiert ist.

Das Verdrängte ist also nicht weg. Es macht nur leise weiter.

Genau deshalb ist die Angst vor dem, was hochkommen könnte, oft schlimmer als das, was tatsächlich da ist. Im Kopf baust du daraus schnell ein Monster mit drei Köpfen, und deine Gefühle fangen dadurch erst recht Feuer.

Von der Erkenntnis zur Integration

Erkennen ist das eine, aber irgendwann musst du mit dem, was du erkannt hast, auch etwas anfangen. Sonst sitzt du da mit einem wunderbar sortierten inneren Lexikon und dein Leben macht trotzdem weiter wie vorher.

Wenn du zum Beispiel weißt, dass du Konflikten ausweichst, dann bringt dir diese Erkenntnis nur etwas, wenn du beim nächsten Mal nicht wieder schluckst, sondern den Mund aufmachst. Wenn du weißt, dass du dich wiederholt kleiner machst, dann kommt der Punkt, an dem du dich zeigen musst, obwohl dein ganzer Körper lieber wieder in Deckung gehen würde.

In meiner Arbeit geht es genau darum. Ich höre nicht nur zu und sage dir dann, welches Muster da läuft. Wir schauen gemeinsam hin, was da wirklich passiert, warum dich etwas so trifft und was davon zu deinem alten Verhalten gehört. Und dann kommt der Teil, den dir keiner abnehmen kann.

Du kannst hundertmal verstehen, warum du Angst hast, das Gespräch musst du trotzdem selbst führen. Du kannst genau wissen, warum du immer wieder Ja sagst, obwohl du Nein meinst. Beim nächsten Mal musst du dieses Nein trotzdem aussprechen.

Und weißt du, was ich fast schlimmer finde, als etwas noch nicht erkannt zu haben? Ganz genau zu wissen, was los ist, und trotzdem jahrelang nichts zu verändern. Denn dann kannst du dir nicht mehr erzählen, du hättest es nicht gewusst. Du siehst längst, was du tust, warum du es tust und was es dich kostet.

Da hilft dir dann auch das ganze Wissen nichts mehr.

Dann kommt nur noch die Frage: Was machst du jetzt damit?

Wann sind Menschen wirklich bereit?

Ich erkenne es daran, wenn jemand sich für eine längere Begleitung entscheidet. Drei, sechs oder neun Monate. Dann zeigt sich, wie viele Schritte sie wirklich bereit sind zu gehen.

Nicht jeder geht alle Schritte. Manche brauchen sehr lange, bis sie einen Schritt gehen können. Das ist normal. Transformation benötigt Zeit.

Aber die Bereitschaft zeigt sich in der Verbindlichkeit. In der Entscheidung, dranzubleiben, auch wenn es schwer wird.

Wann Veränderung wirklich beginnt

Veränderung beginnt für mich nicht in dem Moment, in dem du etwas verstanden hast, sondern dann, wenn du bereit bist, dich auch anders zu verhalten. Und genau da wird es oft zäh, weil Erkenntnis schnell da sein kann, Veränderung aber Wiederholung braucht.

Du kannst heute ganz klar sehen, wo dein Muster liegt, und morgen trotzdem wieder mitten drin sitzen. Das heißt nicht, dass du nichts verstanden hast. Es heißt nur, dass dein System noch nicht automatisch anders reagiert, nur weil dein Kopf jetzt Bescheid weiß.

Ich erlebe oft, dass Menschen an diesem Punkt ungeduldig werden. Sie denken, sie müssten doch längst weiter sein, schließlich haben sie das Thema schon erkannt, besprochen, durchgefühlt, dreimal aufgeschrieben und wahrscheinlich noch einen Podcast dazu gehört. Ja, schön. Trotzdem kann es sein, dass du beim nächsten echten Moment wieder genau da stehst, wo du nicht hinwolltest.

Das ist keine Niederlage oder ein Scheitern, sondern der Teil, an dem es ernst wird.

Denn Veränderung zeigt sich nicht daran, wie schnell du etwas verstehst, sondern daran, ob du dich immer öfter dabei erwischst, bevor du wieder automatisch das Alte machst. Manchmal schaffst du es beim ersten Mal nicht, beim zweiten auch nicht, und beim dritten denkst du schon: Herrschaftszeiten, wie oft denn noch?

So lange, bis es wirklich anders geworden ist.

Und das dauert bei jedem unterschiedlich. Deshalb halte ich auch wenig davon, Veränderung in feste Zeiträume zu pressen. Der eine erkennt etwas und handelt zwei Tage später anders, der andere braucht Monate, bis er sich überhaupt traut, den ersten Schritt zu machen. Entscheidend ist für mich nicht die Geschwindigkeit, sondern ob du wirklich in Bewegung kommst oder ob du dein Wissen nur benutzt, damit du dich weiterhin erklären kannst.

Der Körper merkt oft früher, was der Kopf noch wegdiskutiert

Du kannst dir im Kopf sehr viel erklären und trotzdem reagiert dein Körper weiter. Das kennst du wahrscheinlich auch. Du sagst dir, dass alles okay ist, dass du das Thema verstanden hast, dass du heute anders damit umgehen willst, und trotzdem wird dir bei einer bestimmten Situation wieder eng, du wirst unruhig oder merkst, wie sofort Spannung hochgeht.

Das finde ich wichtig, weil wir uns sonst schnell einreden, wir wären mit etwas schon durch, nur weil wir es logisch verstanden haben. Der Körper ist da oft langsamer. Oder auch ehrlicher, weil er dir ziemlich deutlich zeigt, dass da noch etwas sitzt.

Ich würde trotzdem nicht sagen, dass der Körper immer die Wahrheit kennt. So einfach ist es nicht. Er kann auf etwas reagieren, das heute gar keine echte Gefahr mehr ist, einfach weil dein System etwas Altes wiedererkennt. Aber genau deshalb lohnt es sich, hinzuschauen, wenn dein Kopf sagt „Alles gut“ und dein Körper gleichzeitig komplett anderer Meinung ist.

Dann geht es nicht darum, der Reaktion blind zu glauben. Es geht darum, sie ernst zu nehmen.

Woher kenne ich dieses Gefühl? Was ist hier gerade wirklich los? Reagiere ich auf das, was jetzt passiert, oder hängt da noch etwas Altes dran?

Das sind für mich die interessanteren Fragen.

Denn solange du nur versuchst, deinen Körper mit schönen Gedanken ruhigzureden, wird er dir wahrscheinlich weiter dazwischenfunken. Manchmal sehr dezent, manchmal mit der Eleganz eines Presslufthammers.

Scham, Hilfe und der Schritt, den dir keiner abnimmt

Ein Punkt, der viele ziemlich lange festhält, ist Scham. Dieses Gefühl, etwas doch längst wissen zu müssen, es alleine schaffen zu müssen oder sich keine Hilfe holen zu dürfen, weil man dann zugeben müsste, dass man an einer Stelle eben nicht weiterkommt.

Gerade Menschen, die sich schon lange mit sich selbst beschäftigen, kennen das gut. Da ist schnell dieser Gedanke: Das müsste ich doch können. Ich weiß doch so viel. Warum hänge ich ausgerechnet hier fest?

Nur macht genau diese Haltung die Sache oft unnötig schwer und du kennst ja die Sache mit den blinden Flecken.

Es ist überhaupt nichts dabei, sich Unterstützung zu holen. Entscheidend ist eher, ob du wirklich bereit bist, hinzuschauen und dann auch etwas daraus zu machen. Denn niemand kann dir den Schritt abnehmen, vor dem du dich drückst. Jemand kann dir zeigen, wo du gerade im Kreis läufst, kann dir helfen, klarer zu sehen oder dich daran erinnern, was du längst weißt. Gehen musst du trotzdem selbst.

Und ja, manchmal spielt auch Geld eine Rolle. Das würde ich nicht kleinreden. Es gibt Situationen, da ist etwas schlicht zu teuer oder gerade nicht drin. Aber manchmal ist Geld eben die bequemere Begründung, weil es leichter ist zu sagen „Kann ich mir nicht leisten“ als zuzugeben: Ich habe Schiss, was passiert, wenn ich mich wirklich darauf einlasse.

Das muss jeder für sich ehrlich prüfen.

Für mich liegt genau da der Unterschied zwischen Wissen sammeln und wirklich etwas verändern. Solange du nur verstehst, analysierst und noch etwas mehr darüber liest, bleibt vieles erstaunlich sicher. In dem Moment, in dem du handelst, wird es real.

Und da zeigt sich dann ziemlich schnell, wie ernst es dir wirklich ist.

ht, um Hilfe zu bitten, weil sie glaubt, sie müsste es schon können.

Bleiben, wenn keiner schaut.

Bleiben, wenn keiner schaut.

Bleiben, wenn keiner schaut. Wirken, auch ohne Applaus.

Echtes Wirken beginnt nicht mit Applaus.

Du kennst das wahrscheinlich. Du schreibst etwas, von dem du selber weißt: Das ist ehrlich, das ist echt, das kommt nicht aus irgendeinem Marketingbaukasten, und dann passiert zunächst gar nichts. Keine Reaktion, kaum ein Like, keine Nachricht, und wenn du Pech hast, meldet sich auf ein Angebot auch noch keiner.

Da kann man schon kurz denken: Aha, sehr schön. Dann war das jetzt wohl wieder mein großes Wirken im stillen Kämmerlein. 😄

Natürlich macht das etwas mit einem. Ich sitze ja auch nicht da und denke: Wie wunderbar, dass niemand reagiert. Ich freue mich genauso, wenn etwas ankommt, wenn jemand schreibt, dass ihn ein Text berührt hat, oder wenn Menschen ein Angebot buchen.

Nur darf das für mich nicht der Maßstab dafür sein, ob etwas wertvoll ist.

Denn genau da wird es heikel. Wenn ich anfange, mich danach zu richten, wie viel Resonanz kommt, dann bin ich ziemlich schnell versucht, Dinge anders zu machen, schöner zu schreiben, leichter verdaulich zu werden oder mich mehr daran zu orientieren, was gerade zuverlässig funktioniert.

Und das wäre für mich der Moment, an dem ich mich selbst verliere.

Ich habe über die Jahre gelernt, dass Wirkung nicht immer sofort sichtbar ist. Manche lesen lange still mit. Manche melden sich erst Monate später. Manche sagen nie etwas und trotzdem hat ein Satz bei ihnen gearbeitet.

Deshalb glaube ich heute nicht mehr, dass Stille automatisch bedeutet, dass nichts ankommt. Manchmal ist es einfach nur still, das ist ein Unterschied für mich.

Der Ruf ohne Publikum

Ich hatte keinen großen Plan, als ich angefangen habe. Da stand auch keiner am Rand und hat gerufen: „Endlich, Claudia, auf dich haben wir alle gewartet.“ Ganz im Gegenteil. Bei vielem war es erstmal ziemlich still, und ich musste lernen, nicht jedes Schweigen sofort als Zeichen dafür zu nehmen, dass ich falsch liege.

Das betrifft längst nicht nur Arbeit oder Sichtbarkeit. Im privaten Leben machen wir genau dasselbe. Du triffst eine Entscheidung und schaust sofort, wie die anderen reagieren. Findet mein Partner das gut? Versteht meine Familie das? Sagt meine Freundin, dass ich recht habe? Und wenn keiner begeistert nickt, fängst du an, an dir selbst herumzuschrauben.

Das kann unglaublich anstrengend werden, weil du dann nicht mehr wirklich danach gehst, was für dich stimmt, sondern danach, wie viel Zustimmung du dafür bekommst. Und je länger du das machst, desto schlechter hörst du deine eigene Stimme.

Ich kenne das von mir sehr gut. Früher hat mich fehlende Resonanz viel schneller verunsichert. Wenn keiner reagiert hat, habe ich sofort überlegt, ob ich etwas falsch gemacht habe. Heute schaue ich viel mehr darauf, ob das, was ich tue, für mich stimmig ist. Natürlich freue ich mich über Zustimmung, ich bin ja kein Möbelstück. Aber ich brauche sie nicht mehr als Erlaubnis, meinen Weg weiterzugehen.

Genau das meine ich mit Bleiben, wenn keiner schaut. Nicht trotzig weitermachen, obwohl alles dagegen spricht, sondern bei dir bleiben, auch wenn außen gerade keiner klatscht. Das kann im Business sein, in einer Beziehung, bei einer Entscheidung oder einfach in einem Moment, in dem du zum ersten Mal nicht fragst: „Was werden die anderen davon halten?“

Sondern: Was halte ich selbst davon?

Wenn der Raum taub bleibt

Es gibt diese Momente, da gibst du etwas rein und von außen kommt gefühlt gar nichts zurück. Du schreibst einen Text, stellst eine Frage in eine Gruppe, erzählst jemandem etwas, was dir wirklich wichtig ist, und danach herrscht Funkstille.

Das kann einen schon beschäftigen.

Im Business merkst du es an fehlenden Reaktionen. Im privaten Leben läuft es genauso. Du sagst etwas Ehrliches und der andere wechselt das Thema. Du erzählst, was dich berührt, und bekommst ein Schulterzucken. Du triffst eine Entscheidung und keiner sagt: „Mensch Claudia, grandios, genau so.“

Da fängt der Kopf gerne an, sein kleines Theaterstück aufzuführen.

War das zu viel? War das falsch? Hätte ich besser nichts gesagt? Interessiert das überhaupt jemanden?

Ich kenne diese Schleife gut. Nur merke ich heute schneller, dass fehlende Reaktion nicht automatisch bedeutet, dass nichts angekommen ist. Manche Menschen brauchen länger, andere können mit dem, was du sagst, gerade nichts anfangen, und wieder andere haben schlicht ihren eigenen Kram im Kopf. Das ist nicht immer eine Beurteilung deiner Person.

Trotzdem ist Stille nicht immer angenehm. Gerade dann nicht, wenn du etwas wirklich von dir gezeigt hast.

 

Fünf von 55 – eine ehrliche Bilanz

So ging es mir kürzlich auch in meiner Telegram-Gruppe. Ich habe einen Raum für echtes Erkennen geöffnet, bewusst ohne festen Preis – zwischen 27 und 49 Euro, damit jede*r den Wert selbst fühlen kann. Fünf Menschen haben gebucht. Bei 55 Mitgliedern.

Und ich saß da und dachte: wirklich? Nicht aus Frust. Sondern aus diesem ehrlichen Innehalten: Was machen wir hier eigentlich?

Viele sagen Ja, wenn es kostenlos ist. Aber wenn Tiefe einen Preis bekommt, sei es Geld, Zeit oder ehrliches Mitgehen, dann wird es still.

Das Drama des Durchscrollens

Wir sind inzwischen so daran gewöhnt, ständig weiterzugehen, dass wir kaum noch merken, wie selten wir bei etwas wirklich bleiben. Du liest einen Satz, der dich berührt, denkst kurz: „Ja, stimmt“, und drei Sekunden später bist du schon beim nächsten Reel, beim nächsten Post oder bei der nächsten Nachricht.

Das ist ja nicht nur bei Social Media so. Diese Haltung zieht sich längst durchs ganze Leben. Kurz fühlen, kurz reagieren, weiter. Bloß nicht zu lange bei etwas bleiben, denn dann könnte es unangenehm werden.

Und genau da geht für mich Tiefe verloren.

Wenn ich etwas lese, das mich wirklich trifft, brauche ich keinen neuen Impuls obendrauf. Dann wäre es viel spannender, mal nicht weiterzuscrollen, sondern einen Moment sitzen zu bleiben und zu schauen, warum mich dieser eine Satz gerade so erwischt hat.

Aber dafür haben wir uns ziemlich gut abtrainiert, still zu werden.

Stattdessen sammeln wir Eindrücke wie andere Leute Kühlschrankmagnete. Viel gesehen, viel gespeichert, viel gelikt, aber kaum etwas wirklich aufgenommen.

Und dann wundern wir uns, warum wir trotz all dieser Informationen keinen Schritt weiterkommen.

Mehr Input ist halt nicht automatisch mehr Bewusstsein. Manchmal wäre weniger ziemlich hilfreich. Nicht schon wieder der nächste Impuls, sondern erstmal verdauen, was da gerade angekommen ist.

Genau deshalb wünsche ich mir auch in meinen Räumen weniger Konsum und mehr echtes Dabeisein. Nicht damit jeder dauernd etwas schreiben muss, sondern damit das, was da ist, überhaupt eine Chance bekommt, irgendwo anzukommen.

Wirken ohne Schulterklopfen

Natürlich freue ich mich, wenn jemand reagiert. Wenn ein Text viele Menschen erreicht, wenn jemand schreibt, dass ihn etwas berührt hat oder wenn ich merke, da ist wirklich etwas angekommen, dann ist das schön. Ich muss mir da nichts vormachen, ich bin ja kein Findling am Waldrand.

Trotzdem möchte ich mein Tun nicht davon abhängig machen, ob außen sofort etwas zurückkommt. Gerade das war für mich über die Jahre eine echte Lernkurve. Dinge zu machen, weil sie für mich stimmen, und nicht, weil ich schon vorher weiß, wie viele Menschen sie gut finden werden.

Das passiert im Privaten genauso schnell. Du triffst eine Entscheidung und hoffst insgeheim, dass wenigstens einer sagt: „Ja, genau so hätte ich es auch gemacht.“ Bleibt diese Bestätigung aus, wird die eigene Entscheidung plötzlich wackelig, obwohl sie sich fünf Minuten vorher noch vollkommen klar angefühlt hat.

Ich kenne das gut genug. Natürlich gibt es auch bei mir Momente, in denen ich denke: Ein kleines „Gut gemacht, Claudia“ wäre jetzt schon nett gewesen. Nur brauche ich es nicht mehr, damit ich bei dem bleibe, was für mich stimmt.

Und genau das hat für mich viel mit innerer Freiheit zu tun. Nicht keine Resonanz mehr zu wollen, sondern nicht jedes Mal die eigene Richtung zu verlieren, nur weil außen gerade keiner klatscht. Denn wenn ich nur dann weitermache, wenn ich gesehen werde, dann gehört mein Weg am Ende immer noch ein Stück den anderen.