Dein Leben ist so leicht, wie du leicht bist
Dein Leben ist so leicht, wie du leicht bist
Warum dein Leben leichter wird, wenn du nach innen gehst
In der vergangenen Woche konnte ich wieder sehr deutlich beobachten, wie schnell Menschen in Verzweiflung geraten, wütend werden oder sogar richtige Hassgefühle entwickeln. Sie fangen an, sich selbst zu verurteilen, zweifeln plötzlich an sich oder kämpfen gegen Menschen und Situationen, weil sie die Erfahrung, die gerade da ist, partout nicht haben wollen.
Wenn wir dann gemeinsam genauer hinschauen, zeigt sich erstaunlich oft, dass ein großer Teil von dem, was inzwischen so weh tut und so schwer geworden ist, gar nicht mehr nur mit dem zu tun hat, was tatsächlich vorgefallen ist. Der Verstand hat längst angefangen, daraus seine eigene Geschichte zu bauen.
Da kommen Annahmen dazu, Vermutungen und Vergleiche. Man überlegt, was der andere wohl gemeint haben könnte, warum er so reagiert hat, was als Nächstes wahrscheinlich passieren wird und was das Ganze bitteschön wieder über einen selbst aussagt. Ich könnte diese Liste vermutlich bis morgen früh fortsetzen.
Was unser Kopf aus solchen Situationen noch alles basteln kann, habe ich in „Du denkst dich nicht frei“ ziemlich ausführlich auseinandergenommen.
Tja, und ehe man sich versieht, ist aus einer vielleicht sogar ziemlich banalen Situation innerlich ein Riesendrama geworden.
Ich weiß, dass ich den Menschen, die ich begleite, mit meinem „Schau nach innen, bleib bei dir und geh nicht schon wieder mit deiner ganzen Aufmerksamkeit nach draußen“ manchmal ordentlich auf den Keks gehe. Nur sehe ich inzwischen so deutlich, was für einen Unterschied es macht, ob ich sofort auf alles reagiere, was draußen passiert, oder ob ich überhaupt erst einmal merke, was davon gerade wirklich in mir stattfindet.
Die meisten von uns sind darauf trainiert, nach außen zu schauen. Was machen die anderen, was denken sie, was ist gerade richtig oder falsch, was müsste ich jetzt tun, was sagen Experten und was funktioniert angeblich gerade besonders gut? Dann kommt eine neue Meinung, eine neue Methode oder die nächste großartige Idee, und zack, zieht einen dieses innere Gummiband schon wieder in die nächste Richtung.
Ich glaube tatsächlich, dass ein Mensch, der fast ausschließlich so lebt, mit dem Satz „Geh nach innen“ erst mal wenig anfangen kann. Für ihn liegt die Realität schließlich draußen. Der andere hat etwas gesagt, die Situation ist so, die Welt funktioniert nun mal auf diese Weise, also muss man doch reagieren und was tun.
Ich habe lange versucht, Menschen zu erklären, dass es noch eine andere Möglichkeit gibt. Das erspare ich mir inzwischen, weil ich verstanden habe, dass dieser Wunsch aus dem Menschen selbst kommen muss. Du kannst niemanden dazu überreden, sich wirklich kennenzulernen, wenn er weiterhin nur wissen möchte, wie sich das Außen verändern lässt, damit es ihm innen besser geht.
Viele Menschen möchten weniger Angst, weniger Stress, bessere Beziehungen, mehr Geld oder einfach ein leichteres Leben. Verständlicherweise. Nur ist das noch einmal etwas anderes als die Bereitschaft, sich selbst wirklich kennenzulernen und dabei auch das anzuschauen, was nicht besonders hübsch oder angenehm ist.
Ich würde heute auch nicht mehr behaupten, dass im Außen grundsätzlich keine Lösungen liegen. Natürlich kann ein Jobwechsel eine Lösung sein, eine Trennung ebenso, eine medizinische Behandlung oder eine ganz praktische Entscheidung. Aber wenn ich mich selbst dabei konsequent ausklammere, fehlt ein wesentlicher Teil.
Für mich beginnt diese Bewegung nach innen dort, wo ich aufhöre, mein ganzes Leben ausschließlich darüber zu definieren, was draußen erreicht, verbessert oder verändert werden muss. Ob du das Seele, Innerstes, eigene Energie oder ganz anders nennen möchtest, ist mir dabei ziemlich egal. Entscheidend ist eher, ob du überhaupt anfängst, dir selbst zuzuhören.
Wer diesen Ruf nicht hört oder gerade überhaupt keine Lust darauf hat, muss auch nicht überzeugt werden. Dann ist es eben so. Es gibt ja, wenn wir meiner spirituellen Sicht folgen, noch ein paar Inkarnationen. Kein Stress.
Wenn du dein ganzes Leben lang gelernt hast, dich an anderen zu orientieren, zu vergleichen, zu bewerten und aus dem, was draußen geschieht, abzuleiten, wie es dir innen gehen darf, klingt „Geh nach innen“ zunächst wahrscheinlich ziemlich schräg. Ich weiß das, und mir ist dieser Satz früher selbst oft genug auf den Zeiger gegangen.
Was soll denn da innen bitte sein?
Das kann dir auch niemand theoretisch erklären. Irgendwann musst du selbst erleben, dass nicht jeder Gedanke automatisch wahr ist und ein Ereignis im Außen nicht zwangsläufig darüber entscheidet, wie du dich für die nächsten drei Wochen fühlen musst.
Und wenn aus diesem ganzen inneren Denken richtiger Druck wird, dann schau auch mal in „Innerer Druck“. Da geht es genau um diesen Teil, den wir selbst noch zusätzlich auf das draufpacken, was ohnehin schon da ist.
Manchmal braucht es dafür tatsächlich einen Bruch, eine Krise oder eine Erfahrung, bei der das bisherige Funktionieren nicht mehr funktioniert. Bei mir war es so. Vielleicht reicht bei einem anderen Menschen schon ein Moment, in dem er plötzlich merkt, dass seine bisherige Sicht auf die Welt eben doch nicht die ganze Wahrheit ist. Kleine Wunder geschehen zum Glück ebenfalls noch.
Wenn du diesen inneren Raum einmal kennengelernt hast und immer öfter daraus lebst, verändert sich auch dein Verhältnis zu dem, was dir draußen präsentiert wird. Du glaubst nicht mehr automatisch alles, nur weil ein Mensch es behauptet, zehn andere es nachplappern oder ein Experte mit wichtigem Gesicht erklärt, dass es nun mal so ist. Ach ja, Statistiken habe ich vergessen. Die verlieren dann teilweise auch ihren Heiligenschein.
Du prüfst anders, weil du überhaupt wieder einen eigenen Bezugspunkt hast. Das bedeutet nicht, dass du grundsätzlich alles ablehnst oder dich für klüger hältst als den Rest der Welt. Du merkst nur schneller, ob etwas für dich stimmig ist oder ob du gerade wieder etwas übernimmst, nur weil es überzeugend genug verkauft wurde.
Das sehe ich in jedem Lebensbereich, und beim Business ist es besonders schön zu beobachten.
Da haben viele mittlerweile kaum noch eine Vorstellung davon, wie ein ganz normaler Geschäftsaufbau funktioniert, weil im Außen etwas anderes vorgespielt wird. Du brauchst angeblich nur den richtigen Funnel, diese eine Strategie, eine messerscharfe Positionierung oder am besten genau dieses Programm, und schon kommen die Kunden fast von allein. Ein paar Wochen später verdienst du natürlich fünfstellig, während du entspannt am Meer sitzt und dein Laptop sich praktisch selbst bedient.
Wenn das dann nicht funktioniert, bleibt kaum jemand stehen und fragt sich: Was möchte ich überhaupt aufbauen? Wie möchte ich arbeiten? Was passt tatsächlich zu mir, und bin ich bereit, einem Unternehmen die Zeit zu geben, die ein Unternehmen nun mal braucht?
Stattdessen kommt schon der Nächste um die Ecke und erklärt, dass die bisherige Strategie natürlich falsch war. Das innere Gummiband zieht wieder, also geht es jetzt eben in die andere Richtung. Noch eine Methode, noch ein Versprechen, noch eine neue Positionierung, und du weißt gar nicht mehr, was von dir kommt und was du nur übernommen hast, weil es dir lange genug erzählt wurde.
Genau deshalb ist dieses Nach-innen-Gehen für mich so wichtig. Damit meine ich allerdings nicht, dass du den ganzen Tag in dir herumgrübelst, jeden Gedanken in Einzelteile zerlegst oder deine Kindheit zum hundertsten Mal analysierst, bis du auch für deinen Zahnpastakauf noch ein frühkindliches Trauma findest.
Für mich geht es eher darum, mit der Zeit weniger auf alles anzuspringen, was der Verstand erzählt. Gedanken dürfen auftauchen, ohne dass ich sofort daraus eine Wahrheit, eine Entscheidung oder einen kompletten Lebensentwurf machen muss.
Das ist auch nichts, was man komplett erledigt hat. Das Leben läuft weiter, Menschen sagen Dinge, Situationen verändern sich, etwas berührt dich, etwas anderes bringt dich auf die Palme, und selbstverständlich beginnt der Kopf wieder, daraus eine Geschichte zu basteln. Warum sollte er plötzlich beschäftigungslos werden?
Dann schaue ich eben wieder genauer hin: Was passiert gerade tatsächlich in mir, und was habe ich schon wieder dazuerfunden?
Mit der Zeit verändert sich dadurch einiges. Nicht, weil du plötzlich wie ein menschlicher Buddha durch den Supermarkt schwebst und dich nichts mehr berührt, sondern weil du weniger schnell von jeder Meinung, jedem Trend und jeder Stimmung aus der eigenen Mitte gezogen wirst.
Diese Stabilität entsteht für mich vor allem dadurch, dass ich mich selbst besser kenne. Wenn ich weiß, was für mich stimmig ist, was mir entspricht und wo ich mich gerade wieder in eine Geschichte hineinsteigere, brauche ich das Außen weniger, um mir ständig zu sagen, wer ich sein soll und was ich zu denken habe.
Mit Weltfremdheit hat das für mich überhaupt nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Wenn dieses permanente Nach-außen-Schauen, Bewerten, Kämpfen, Vergleichen, Missionieren und Aufregen so hervorragend funktionieren würde, müsste die Welt mittlerweile ein ausgesprochen friedlicher Ort sein. Und dein eigenes Leben wahrscheinlich ein Hafen der Glückseligkeit, nachdem du nur genug Informationen gesammelt und dich über alles ausreichend aufgeregt hast.
Nun ja.
Mich interessiert deshalb heute viel mehr, was passiert, wenn ich selbst ruhiger werde und nicht mehr jeden inneren Impuls sofort nach außen trage. In meinen Begleitungen sehe ich immer wieder, wie sich Menschen verändern, wenn sie aufhören, für alles sofort die nächste Erklärung im Außen zu suchen, und anfangen, sich selbst ernsthafter wahrzunehmen.
Sie werden nicht zu anderen Menschen. Aber manches reißt sie nicht mehr so schnell mit, Entscheidungen fühlen sich klarer an und Gefühle müssen nicht mehr sofort verschwinden, nur weil sie unangenehm sind.
Ich habe mir früher sehr viel mehr Gedanken darüber gemacht, wie sich die Welt verändern müsste. Heute beschäftige ich mich wesentlich stärker damit, wie ich selbst in dieser Welt unterwegs bin. Interessanterweise hat sich dadurch meine eigene Welt ziemlich deutlich verändert, weil ich anders entscheide, anders mit Menschen umgehe und manches schlicht keinen Platz mehr in meinem Leben bekommt.
Für mich ist das inzwischen genug Grund, immer wieder nach innen zu schauen. Nicht, um dort noch eine weitere Baustelle zu finden, sondern damit ich mich selbst mitbekomme.
Genau um diese Erfahrung geht es auch in meinem Retreat. Nicht darum, dreieinhalb Tage noch mehr Wissen über sich zu sammeln, sondern darum, den eigenen inneren Bezug wieder deutlicher zu spüren und herauszufinden, was tatsächlich von einem selbst kommt, wenn es außen einmal etwas leiser wird.
Ein Teil meiner Angebote
Einzelstunde (90 Minuten) – für klare Impulse, wenn du (noch) keinen Prozess willst, aber spürst, dass etwas in dir bereit ist.
Metamorphosis-Räume – für eine langfristige Begleitung über mehrere Monate.
Meine Bücher: Wenn du erwachst und es erst später bemerkst und Beziehung ist das Gegenteil von dem, was du denkst