Bleiben, wenn keiner schaut.

Bleiben, wenn keiner schaut.

Bleiben, wenn keiner schaut. Wirken, auch ohne Applaus.

Echtes Wirken beginnt nicht mit Applaus.

Kennst du das? Du postest etwas Echtes, Berührendes, bietest ein tolles Angebot an – und… Stille. Keine Likes, keine Kommentare, kein Echo. Du fragst dich: „Ist da überhaupt jemand da?“ „Interessiert das etwa keinen?“ Oder schlimmer, es melden sich nur wenige oder keiner an.

Viele geben dann auf. Denken: „Bringt ja eh nichts.“ Oder sie passen sich an, werden oberflächlicher, hoffend auf mehr Resonanz. Aber damit verraten sie genau das, was sie eigentlich in die Welt bringen wollten.

Falls du zu denen gehörst, die sich schon mal gefragt haben, ob es Sinn macht weiterzumachen – dieser Text ist für dich.

Der Ruf ohne Publikum

Ich hatte keinen Plan. Und niemand hat auf mich gewartet. Kein Publikum. Kein Applaus. Kein „Endlich bist du da!„ oder „Boah, endlich, wo warst du denn so lange!“. Aber da war etwas in mir. Etwas, das rauswollte und immer noch will. Kein Konzept, keine Strategie – sondern ein inneres Drängen. Fast wie ein stiller Ruf: „Geh. Geh immer weiter.“

Also bin ich gegangen und gehe.

Ich habe zu Anfang Angebote gemacht, die niemand buchte. Texte geschrieben, die keine Reaktion bekamen. Videos aufgenommen, bei denen ich wusste: Vielleicht schaut sie nie jemand. Und trotzdem: ich blieb. Nicht, weil es ein Akt von besonderer Stärke wäre. Sondern, weil ich nicht anders konnte. Weil das, was durch mich in die Welt will, nicht auf Applaus wartet. Echtes Wirken braucht einfach seine Zeit. Weil es nicht abhängig ist von Likes – auch wenn ich mich manchmal über eins freuen würde. Weil ich spüre: Da wirkt etwas, auch wenn es leise ist.

Wenn der Raum taub bleibt

Und trotzdem gibt es Momente, wo ich schlucken muss. Wo ich spüre, wie wenig Menschen wirklich verstehen, dass Energie sich in Beziehung entfaltet. Dass Tiefe nicht im Monolog entsteht. Dass Bewusstseinsräume leben – nicht durch bloßes Zuschauen, sondern durch echtes Dabeisein.

Diese Räume sind kein Netflix. Sie brauchen Beteiligung. Hinspüren. Mitgehen. Aber viele haben verlernt, wie das geht. Oder es war noch nie Teil ihres Alltags. Sie sind geübt im Konsumieren. Nicht im Mitwirken.

Und dann sitze ich da, nach einem echten Impuls – offen, klar, berührbar – und sehe: gelesen, aber keine Reaktion. Keine Rückfrage. Kein Echo. Wie in einem leeren Raum, in dem man laut gerufen hat – und die Stille ist nicht etwa nur ruhig, sondern: taub.

Fünf von 55 – Eine ehrliche Bilanz

So ging es mir kürzlich auch in meiner Telegram-Gruppe. Ich habe einen Raum für echtes Erkennen geöffnet, bewusst ohne festen Preis – zwischen 27 und 49 Euro, damit jede*r den Wert selbst fühlen kann. Fünf Menschen haben gebucht. Bei 55 Mitgliedern.

Und ich saß da und dachte: wirklich? Nicht aus Frust. Sondern aus diesem ehrlichen Innehalten: Was machen wir hier eigentlich?

Viele sagen Ja, wenn es kostenlos ist. Aber wenn Tiefe einen Preis bekommt, sei es Geld, Zeit oder ehrliches Mitgehen, dann wird es still.

Das Drama des Durchscrollens

Ich spüre das nicht nur in meiner Arbeit. Ich sehe es überall. Diese permanente Bewegung auf Social Media. Dieses durchscrollen. Konsumieren. Zehn Storys hier, zwanzig Reels dort. Einmal kurz nicken, weiter wischen, zack vergessen.

Es gibt so viele Möglichkeiten – aber fast niemand bleibt. Fast niemand hält wirklich inne. Und da liegt das eigentliche Drama: Wir verlieren das Spüren. Das tiefe Mitgehen. Das Durchdringen.
Tja und dann wundert man sich.

Es ist ein endloses Füttern mit Häppchen – aber keiner verdaut mehr. Kaum jemand ist noch bereit, mit einem Impuls zu verweilen. Sich berühren zu lassen, ohne gleich zur nächsten Info-Ebene zu springen.

Und Bewusstsein funktioniert nicht im TikTok-Takt. Tiefe braucht Zeit. Raum. Resonanz. Und das entsteht nicht durch ständiges Konsumieren, sondern durch echte Beteiligung.

Wirken ohne Schulterklopfen

Natürlich freue ich mich über ein Like. Ich bin kein Stein. Ich bin Mensch. Aber ich bin nicht hier, um gemocht zu werden. Ich bin hier, um zu wirken. Und das tue ich. Weil ich geblieben bin. Auch ohne Applaus. Auch ohne sichere Bühne. Auch ohne Schulterklopfen.

Ich habe gelernt: Die Wüste ist nicht leer. Sie prüft nur, ob du bleibst. Ob du authentisch bist. Ob du mitgehst – auch wenn keiner ruft: „Gut so!“
Ich kenne einige Frauen, denen es genauso geht – weil sie auch nicht dem Mainstream entsprechen. Bist du auch solch eine wunderbare Frau?

Flüstern statt schreien

Und vielleicht ist genau das der Unterschied: Manche schreien, um gesehen zu werden. Andere flüstern – und verändern trotzdem Welten.

Ich weiß, für wen ich gehe. Nicht für die Masse. Sondern für die, die spüren, dass da mehr ist. Die nicht auf das nächste Freebie warten. Sondern auf die nächste echte Begegnung.

Beteiligung statt Konsum

Wenn du das hier liest – und es hat etwas in dir berührt – dann sag nicht einfach „schön geschrieben“. Dann: zeig dich. Bring dich ein. Beweg was. Nicht für mich. Sondern für dich. Beobachte mal, was dadurch in deinem Leben geschieht

Denn Bewusstsein entsteht nicht durch Konsum. Sondern durch Beteiligung.

Die Sucht, nicht im Jetzt zu sein

Die Sucht, nicht im Jetzt zu sein

Die Sucht, nicht im Jetzt zu sein

Warum du immer wieder handelst, obwohl du fühlen solltest.

Da ist dieses Unwohlsein. Dieses leise, nagende Ding. Du bist nicht ganz da. Es drückt, es zieht, es nervt. Du spürst es im Bauch oder in der Herzgegend. Und zack – machst du was. Du reagierst. Schnell. Zackig. Ballert es aus dir heraus.

Du schreibst dem Hotel eine Bewertung. Du rennst ins Spa. Du formulierst ein Ziel. Du schreist im Lokal nach dem Kellner. Du sagst: „Ich muss das jetzt loswerden.“

Aber in Wahrheit: Du konntest das Gefühl nicht aushalten. Nicht still sein. Nicht warten. Nicht fühlen, dass du gerade komplett im Leeren hängst.

Und das nennst du dann: Klarheit. Handlung. Kommunikation. Zielsetzung.

Aber ich nenn’s: Sucht.

Die Sucht, die keiner sieht

Ich hatte beim letzten Retreat eine Teilnehmerin – über 80 Jahre alt. Nicht in sich ruhend. Reaktiv. Wie ein Maschinengewehr. Kaum hatte ich etwas ausgesprochen, ballerte sie verbal zurück. Kein Innehalten. Kein Raum zwischen Reiz und Reaktion. Sie hörte nicht wirklich hin.

Ich musste ihr – freundlich, aber klar – das Wort nehmen. Und erst da hat sie zum ersten Mal wirklich hingehört. Also: hin-gehört im wahren Sinn. Nicht nur „akustisch aufgenommen“, sondern etwas wirken lassen.

Sie hat gezuckt, Grimassen geschnitten, wollte immer wieder den Finger heben. Ich habe sie nur angeblickt, sie aufgefordert zu atmen und zu warten. Dann kam es langsam. Etwas mehr Ruhe, vielleicht sogar eine Stille, die sie längst verloren hatte.

Ist sie als schweigender Zen-Mönch nach Hause gegangen? Nein. Aber kleine Samenkörner wurden gelegt. Plaudertasche – so nannte die geistige Welt sie am Schluss. Liebevoll, aber treffend.

Na, und du, musst du auch immer gleich und unbedingt etwas erwidern?

Der Trick mit dem Ziel

Neulich in meiner kostenlosen Gruppe: „Ich hab ein Ziel: Ich will nicht mehr lieb sein, sondern klar.“

Klingt schön. Es ist aber leider: raffinierte Vermeidung.

Denn Klarheit ist kein Ziel. Klarheit ist eine Entscheidung im Moment. Nicht morgen. Nicht nach zehn Übungen. Jetzt. Hier.

Wenn du sagst, du willst „nicht mehr lieb sein“, dann sei es jetzt nicht. Sag „nein“. Sag „stopp“. Oder sei ehrlich und sag: „Ich trau mich grad nicht.“ Aber bitte hör auf, aus deiner Angst ein Ziel zu machen.

Denn genau das ist die Sucht dahinter – die Sucht, dich keiner Reaktion zu stellen. Nicht deinem Partner. Nicht deinen Eltern. Nicht der Gruppe. Nicht dir selbst. Also bastelst du dir eine „spirituelle Wegstrecke“, auf der du dich weiter verstecken darfst – mit gutem Gewissen.

Du kannst dann immer sagen: „Ich arbeite dran.“
„Ich versuche es.“ „Ich hab ja schon was verändert.“ „Ich bin auf dem Weg.“

Aber in Wahrheit ist das: „Ich halte das Echo meiner Klarheit nicht aus – also verschiebe ich sie.“

Das ist keine spirituelle Entwicklung. Das ist Harmoniesucht. Sich verleugnen. Nicht die eigene Wahrheit sprechen und vertreten. Spirituell verpackt – aber im Kern feige.

Spiritualität als Flucht vor dem, was gerade ist. Nicht als Wahrheit.

Der Impuls, zu fliehen

Ein anderer Teilnehmer vom Retreat wollte plötzlich unbedingt ins Spa. Kurz bevor wir fertig waren. Der Raum wurde ihm zu eng. Er konnte es nicht mehr aushalten. Nicht äußerlich – innerlich. Und so grätschte er mir mit seinem Druck in den Raum. Was ich nicht zuließ.

Was wirklich dahintersteckte, kam sehr bald ans Licht: Er hat tief in sich das Gefühl, nicht genug zu bekommen. Obwohl er täglich im Spa war, obwohl er zu Hause eine eigene Sauna hat – reicht es ihm nicht. Weil diese Form der Entspannung ihn nicht wirklich nährt.

Aber statt das zu fühlen, statt das auszuhalten, kam der Reflex: „Ich muss da raus. Ich bekomme sonst nicht alles, was mir zusteht.“

Das ist die Sucht: Der Glaube, dass Erfüllung irgendwo da draußen ist. Dass es noch „mehr“ geben muss. Und dass es jetzt nicht reicht.

Doch wenn du jedes Mal dem Druck entkommst, wirst du nie frei. Du bleibst ein Sklave deiner Reaktionen. In diesem Fall: ein Getriebener im Wellness-Bademantel.

Die Wahrheit ist unbequem – aber einfach

Du brauchst keine Strategie. Du brauchst keinen weiteren Kurs. Du brauchst mich nicht mal. Du brauchst nur diesen einen Satz – so simpel wie gnadenlos:

„Ich halte es jetzt aus, zu fühlen – ohne wegzurennen.“

Nicht aushalten im Sinne von Zähne zusammenbeißen. Nicht wegsperren, nicht wegdrücken, nicht brav warten, bis es vorbei ist. Sondern: Fühlen. Atmen. Dableiben. Beweglich im Schmerz. Wach im Jetzt.

Und ja – da brauchst du doch jemanden. Nicht, um dir etwas Neues zu erklären. Sondern um dich in genau diesen Momenten daran zu erinnern, wenn du wieder kurz davor bist, in dein altes Loch zu plumpsen. Deinen ewig gleichen Kladderadatsch zu veranstalten.

Du brauchst jemanden, der dich nicht schont – sondern dich erinnert. Denn schonen tust du dich schon selbst die ganze Zeit. Vor allem jemand, der nicht deine Geschichte bestätigt, sondern dein wahres Wesen ruft.